Anfrage zum Umgang mit den Berliner Gräber- und Gedenkanlagen der Roten Armee Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin sowie die bereits in Berlin geführten Debatten in der Öffentlichkeit nimmt der Arbeitskreis 8.Mai im BDWO zum Anlass folgende Anfrage an einige Parteien im Abgeordnetenhaus zu stellen: Sehr geehrte Damen und Herren, der „Arbeitskreis 8. Mai“ beim Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften e.V. sieht seine Aufgabe darin, den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung vom Faschismus und als Tag des Friedens in Europa zu würdigen und seine Ehrung als festen Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses der Deutschen zu wahren. Wir unterstützen Projekte der historischen und politischen Bildung und der zivilen Kontakte. Wir erinnern an die Leistungen der Alliierten beim Aufbau eines friedlichen, demokratischen Nachkriegsdeutschlands. Besonders wichtig ist uns die Ehrung der zahllosen Opfer der Roten Armee. Derzeit registriert der Arbeitskreis unter den Berlinern eine starke Verunsicherung hinsichtlich der Gedenkpolitik der Bundesregierung und des Berliner Senats. Man hört von Veränderungen an den großen Berliner Gedenkanlagen der Vielvölkerarmee aus dem Osten. Wir gehen davon aus, dass kein Abriss geplant ist. Doch wir richten – im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen zum Berliner Senat – an die politischen Parteien in Berlin die Frage: Wie stehen Sie zu inhaltlich begründeten UMBAUTEN der zentralen Gedenkanlagen im Treptower Park, in Schönholz und in Tiergarten und zu öffentlich-plakativen KONTEXTUALISIERUNGEN dieser Gedenkorte bzw. einzelner gestalterischer Elemente? Ihre Antwort beabsichtigen wir auf unserer Homepage und ggf. in der Presse zu veröffentlichen. Mit freundlichen Grüßen Brigitte Großmann AK8.Mai im BDWO Martin Trefzer antwortete für den AFD Landesverband: "Grundsätzlich ist es richtig, neben den NS-Verbrechen auch die sowjetischen Verbrechen kritisch einzuordnen, statt diese zu beschweigen. Nichtsdestotrotz wäre die, insbesondere von Grünen und SPD angedachte ‚Kontextualisierung‘ oder gar bauliche Umgestaltung sowjetischer Ehrenmäler der falsche Weg, um auf sowjetische Verbrechen hinzuweisen, da eine amtlich verordnete Gegenerzählung nur zu neuen geschichtspolitischen Fallstricken führen würde. Die sowjetischen Ehrenmäler schaffen es durch ihren übertriebenen Propaganda-Gestus von ganz allein, den kritischen Diskurs über sie anzustoßen. Die Vorschläge von Grünen und SPD halten wir deshalb für kontraproduktiv und ungeeignet für die Auseinandersetzung mit der stalinistischen Geschichtspolitik und den sowjetischen Verbrechen. Diese Auseinandersetzung kann und sollte auf der wissenschaftlichen, publizistischen oder politischen Ebene erfolgen." Vom Bündnis 90/Die Grünen anwortete Nicole Adler: "Sehr geehrte Frau Großmann, haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben und Ihr Interesse an unseren Positionen. Angesichts der Vielzahl an Anfragen, die uns kurz vor der Wahl am 20. September erreichen, sowie der begrenzten zeitlichen und personellen Kapazitäten in dieser Phase des Wahlkampfs müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir ihre Wahlprüfsteine nicht mehr fristgerecht und in der gebotenen Sorgfalt beantworten können. Wir bitten um Ihr Verständnis für diese Entscheidung und freuen uns auf einen guten Austausch zu einem späteren Zeitpunkt. Unser Wahlprogramm, in dem wir unsere aktuellen Positionen zu den verschiedenen Themengebieten gebündelt haben, finden Sie hier. Mit freundlichen Grüßen i.V. Nicole Ahler" Für das Bündnis Sara Wagenknecht antwortete Alexander King: "Sehr geehrte Frau Großmann, vielen Dank für Ihre Frage und für Ihr Engagement! In der Tat gibt es in der Berliner Politik, auch im Abgeordnetenhaus, eine Debatte darüber, wie man die Ehrenmäler verändern könnte, um das Gedenken an die Befreiung Berlins in den Kontext aktueller Auseinandersetzungen zu stellen. Diskutiert wird die Anbringung von QR-Codes oder Erklärtafeln, auch die Verlesung der Namen der toten Soldaten und Offiziere in einer digitalen Dauerschleife. Selbstverständlich lehne ich das ab. Erstens finde ich, dass alle konzeptionellen Änderungen mit der Russischen Botschaft und eigentlich auch mit den Hinterbliebenen der unter den Ehrenmälern beerdigten Gefallenen abgestimmt werden müssten. Zweitens halte ich es für eine Anmaßung anzunehmen, die Besucher der Ehrenmäler seien auf eine politische Einordnung von oben angewiesen und eigentlich zu dumm, sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Und drittens halte ich es Geschichtsrevisionismus, den Zweiten Weltkrieg, die deutschen Verbrechen, die Befreiung vom Faschismus - das alles in irgendeine Beziehung zu heutigen Ereignissen (Putin, Ukraine) zu stellen. Was soll damit erreicht werden? Ich habe mich im Abgeordnetenhaus mehrmals klar gegen diese Vorhaben ausgesprochen, sowohl in Plenarreden, als auch in einer Schriftlichen Anfrage. Damit befand ich mich ziemlich allein auf weiter Flur. Damit ich in diesem Sinne weiterwirken kann, bitte ich um Ihre Unterstützung bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am Sonntag. Freundliche Grüße Alexander King" Angeschrieben wurden von uns die Bezirksverbände folgender Parteien:
An der Südostecke der Potsdamer Brücke über den Landwehrkanal in Berlin entdeckt der aufmerksame Besucher eine besondere Bronzetafel mit einem Text in Deutsch und Russisch. Sie erinnert an die Tat des Rotarmisten Nikolaj Ivanovič Masalov in den letzten Kriegstagen, am 30. April 1945. Der an der Eroberung Berlins beteiligte Obersergeant des 220. Gardeschützenregiments der 62. Armee General Tschujkovs hatte kurzentschlossen ein deutsches Kind aus dem Schussfeld zwischen den Fronten gerettet. Der damals 23-Jährige stammte aus einem Dorf in Sibirien. Er diente seit Januar 1941 in der Roten Armee, war als Granatwerferschütze und Fahnenträger des Regiments an den Schlachten um Stalingrad und im Kursker Bogen beteiligt, schließlich an der Berliner Operation. Es soll mehrere solcher Rettungen von Kindern in Berlin gegeben haben, belegt ist diese eine von Masalov, der in seiner Heimat dafür Ehrungen erhielt. Die Behauptung, genau diese Tat hätte dem Bildhauer Evgenij Viktorovič Vučetič als Vorlage oder Inspiration für das zentrale Monument der Gedenk- und Grabanlage im Berliner Treptower Park gedient, ist strittig. Vielmehr schuf er wohl eine Allegorie auf den Neubeginn nach der Zerschlagung des Faschismus, die wir als Befreiung begreifen. Gleichwohl künden viele Berichte von lebensrettenden Aktionen der Sieger gegenüber deutschen Zivilisten. Nikolaj Masalov wurde 1965 in Berlin, Hauptstadt der DDR, zum Ehrenbürger Berlins ernannt. Als zunächst nach der Wiedervereinigung alle diese „Ostberliner“ Ehrenbürgerschaften annulliert wurden, war auch die Masalovs darunter. Sie wurde, anders als die nach heftigem Protest wieder neu aufgelegte Ehrenbürgerschaft von General Nikolaj Bersarin, später nicht erneuert. Masalov starb 2001 im sibirischen Kemerovo. Die erwähnte Ehrentafel wurde am 10. Dezember 2003 im Beisein zweier Attachés der Russischen Botschaft sowie des Bezirksbürgermeisters Tiergarten, eines Vertreters der GRÜNEN und des damaligen Leiters des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst enthüllt (leider mit falschem Geburtsjahr des Geehrten). Es hieß, die Würdigung solle nicht den Krieg verharmlosen, sondern daran erinnern, dass es inmitten unvorstellbaren Grauens Akte von Menschlichkeit gab. „Vor dem Hintergrund von mehr als 70 000 Menschen, Deutschen wie Russen, die in den Kämpfen um Berlin den Tod fanden, erhält die Tat Masalovs eine besondere Bedeutung und verdient in unserer öffentlichen Erinnerung eine sichtbare Würdigung“, sagte damals Volker Hobrack, der Vorsitzende der Gedenktafelkommission der BVV Mitte, der das Anbringen der Gedenktafel wesentlich vorangetrieben hatte. Heute scheint derlei unaussprechbar in öffentlichen Reden. Die Ehrenbürgerschaft Masalovs ist nicht wieder hergestellt. Der Arbeitskreis „8. Mai“ beim BDWO unterstützt daher die Petition der Potsdamer Künstlerin Bärbel Brede, die, wiederholt vorgebracht, vom Berliner Senat die Zuerkennung der Berliner Ehrenbürgerwürde für Nikolaj Masalov fordert. Bitte informieren Sie sich unter https://wp.me/p1dtrb-y17 und geben sie der Forderung mit Ihrer Zustimmung den nötigen Nachdruck. Arbeitskreis 8. Mai Der „Arbeitskreis 8. Mai“ im Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften e.V. gedachte zusammen mit Bürgern Berlins und aus dem Umland am 16. Juni 2026 des ersten sowjetischen Stadtkommandanten im Berlin der Nachkriegszeit, General Nikolai Erastowitsch Bersarins. Unweit der Kreuzung in Berlin-Lichtenberg war dieser vor 81 Jahren tödlich bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen. Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung erinnerten an die Verdienste Bersarins bei der Normalisierung des Lebens in der zerstörten Stadt nach ihrer Befreiung vom Faschismus. Bersarin ist Ehrenbürger Berlins. Herzlich wurde in diesem Jahr wieder eine Delegation der Bersarin-Schule der Botschaft der Russischen Föderation begrüßt, die darüber berichtete, warum sich die Schule des Ehrennamens verpflichtet fühlt. Neben Vertretern des BSW und der Linken sowie verschiedener Vereine hatten sich auch Mitarbeiter des Büros für Kriegsgräberfürsorge eingefunden. Zum ersten Mal nahm Botschafter Sergej Netschajew an der Gedenkzeremonie teil. Er würdigte in einer kurzen Rede die Persönlichkeit des Generals, der es 1945 vermocht hatte, in kurzer Zeit Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen, ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen zum Wiederaufbau Mut zu machen. Die Sprecherin des „Arbeitskreises 8. Mai“ erinnerte an ihren Großvater, einen deutschen Kriegsteilnehmer, der am Bersarinplatz in Berlin Jahrzehnte lang lebte und resümierte: Mit Bersarin begann ein Feindbild zu zerbröseln. Wir müssen heute verhindern, dass alte und neue Feindbilder Raum greifen. Historische Verantwortung übernehmen heißt heute, für Frieden, für unantastbare Grenzen und gegen erneute Aufrüstung in Europa einzutreten. Viele Teilnehmer der Gedenkveranstaltung legten am Gedenkstein und an der 2005 gepflanzten Bersarin-Birke Blumen ab. Zum 30. Mai 2026 hatte der „Arbeitskreis 8. Mai“ des BDWO aus Anlass des 85. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion 1941 zu einer Vortragsveranstaltung in Berlin-Lichtenberg eingeladen. In deutschen Leitmedien wird aus unserer Sicht heute nicht nur zu wenig über den nationalsozialistischen „Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ informiert, es werden auch gezielt solche historischen Parallelen umgangen, die einen kritischen Blick auf die aktuelle deutsche Außenpolitik und die Aufrüstungskampagne in Europa unterstützen können. Daher war es den Veranstaltern ein wichtiges Anliegen, auf ein Forschungsprojekt zu den Hintergründen des Überfalls 1941 hinzuweisen. Die Osteuropa-Historikerin Frau Dr. Carola Tischler, Mitarbeiterin des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin, stellte ihre Arbeit an der mehrbändigen Dokumentation „Deutschland und die Sowjetunion 1933 bis 1941“ vor, insbesondere Erkenntnisse aus jetzt dem zur Veröffentlichung vorbereiteten letzten Band 4. Die Edition wird gemeinsam mit dem Moskauer Kollegen Dr. Sergej Slutsch erarbeitet. Der Filmhistoriker Dr. Günter Agde problematisierte anschließend anhand von Filmsequenzen den Kriegsbeginn als deutsche Propagandabildschau. Die Veranstaltung war mit rund 40 Zuhörern gut besucht. Die Denkangebote stießen auf reges Interesse, was sich in Nachfragen und Meinungsäußerungen zeigte. Am 20. April 2026 fand in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen eine Kranzniederlegung zum 81. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen durch die Rote Armee statt. An der Zeremonie nahmen der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland Sergej Netschajew, der Geschäftsträger der belarussischen Botschaft in Deutschland Konstantin Tschischik, Vertreter russischer diplomatischer Vertretungen sowie Gruppen der deutschen Öffentlichkeit teil. Die Veranstaltung fiel mit dem Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an der sowjetischen Bevölkerung während der Großen Vaterländischen Krieges zusammen. Zu den offiziellen Gedenkveranstaltungen waren auch in diesem Jahr Vertreter Russland nicht eingeladen. Diese Geschichtsverweigerung ist unvereinbar mit der historischen Verantwortung für die Befreiung Deutschlands vom Joch der faschistischen Diktatur durch die Rote Armee. Der am 23. Februar in Russland und anderen ehemaligen GUS-Staaten gefeierte Tag des Verteidigers des Vaterlandes ist ein in der Kultur Russlands verwurzelter Feiertag. Er ist ein Symbol für Mut, Tapferkeit und Pflichterfüllung. Die Geschichte des Feiertages gehört zur Herausbildung des nationalen Gedächtnisses der UdSSR und Russlands. Er geht zurück auf ein am 22. Februar 1918 veröffentlichtes Dekret „Die sozialistische Heimat ist in Gefahr“, das in Abwehr eines deutschen Großangriffes im Ersten Weltkrieg energische Verteidigungsmaßnahmen bestimmte. Am 27. Januar 1922 erließ das Präsidium des Allrussischen Zentralexekutivkomitees anlässlich des vierten Jahrestages der Roten Armee eine Resolution, in der der 23. Februar als offizieller „Tag der Roten Armee“ in der RSFSR festgelegt wurde. Von diesem Zeitpunkt an fanden jedes Jahr feierliche Zusammenkünfte, Paraden und Ehrenbezeugungen statt. Nach dem Sieg der Roten Armee im Großen Vaterländischen Krieg wurde der Tag zum Gedenktag für die größte Heldentat der Roten Armee, zu einem Tag der Bewunderung für die Leistungen jener, die die Welt vom Faschismus retteten. 1946, nach der Umbenennung der Roten Armee in Sowjetarmee, erhielt der Feiertag den Namen „Tag der Sowjetarmee.“ 2006 wurde er umbenannt in „Tag des Verteidigers des Vaterlandes“. Heute beruft man sich auf eine Tradition von Verteidigern der Heimat und rühmt militärische Erfolge, angefangen von der alten Rus bis zur modernen russländischen Armee. Neben der staatlichen Feier hat sich eine Tradition etabliert, bei der der 23. Februar als „Männertag“ gefeiert wird. In jedem Fall schlägt er heute eine Brücke zwischen den Generationen und mahnt an das patriotische Erbe. Brigitte Großmann Am 22. Juni 2026 jährt sich zum 85. Mal der Überfall auf die Sowjetunion. Das immer lebendige Gedenken und Erinnern an diesen als "Unternehmen Barbarossa" geführten Vernichtungskrieg hat einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis der Völker. |
Einzigartige Gedenk- und Kulturveranstaltung |
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sAm 11. Dezember 2025 lud der „Arbeitskreis 8. Mai“ zum Abschluss des Jahres zu einem Erfahrungsaustausch über die Chancen eines intensiveren geschichts- und erinnerungspolitischen Wirkens. Wir wollten darüber diskutieren, wie in Zeiten großer Verunsicherung und heftiger Diskriminierung der Ideen der Ost-West-Kooperation das Andenken an die Leistungen der Alliierten und insbesondere der Roten Armee bei der Befreiung Deutschlands vom Faschismus 1945 gewahrt und zivilgesellschaftliche Initiativen für Völkerverständigung und freundschaftliche Begegnung gestärkt werden können.
Der Einladung waren 30 Berliner und Brandenburger gefolgt, darunter Vertreter der Brandenburgischen Freundschaftsgesellschaft im BDWO und des Traditionsverbandes der ehemaligen NVA-Angehörigen. Als Gastredner waren der Vorsitzendes des BDWO Peter Franke und der Erste Botschaftsrat der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland Alexander Miljutin eingeladen. Sie boten mit anregenden Impulsreden die Grundlage für einen Rückblick auf problematische, von den aktuellen politischen Ereignissen beeinträchtigte, öffentliche Geschichtsbetrachtung.
Allgemein bezeugten die Deutschen den verbreiteten Wunsch nach einem raschen Ende des Krieges Russlands gegen die Ukraine. Zugleich zeigten sich alle bedrückt vom wenig konstruktivem Beitrag der deutschen Politik zur Entspannung in Europa. Das Thema „Befreiung“, so viele Redner, ist geeignet, als Brücke für eine möglichst bald wieder normale, entkrampfte Begegnungskultur zu dienen, für die sich die mediale Geschichtsbetrachtung allerdings von antirussischen und antikommunistischen Altklischees freimachen muss.
Die Sprecherin des „Arbeitskreises 8. Mai“, Brigitte Großmann, wurde für ihr langjähriges Engagement für eine lebendige Freundschaft mit den Völkern der GUS mit der Ehrenmedaille des BDWO geehrt.
Der Einladung waren 30 Berliner und Brandenburger gefolgt, darunter Vertreter der Brandenburgischen Freundschaftsgesellschaft im BDWO und des Traditionsverbandes der ehemaligen NVA-Angehörigen. Als Gastredner waren der Vorsitzendes des BDWO Peter Franke und der Erste Botschaftsrat der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland Alexander Miljutin eingeladen. Sie boten mit anregenden Impulsreden die Grundlage für einen Rückblick auf problematische, von den aktuellen politischen Ereignissen beeinträchtigte, öffentliche Geschichtsbetrachtung.
Allgemein bezeugten die Deutschen den verbreiteten Wunsch nach einem raschen Ende des Krieges Russlands gegen die Ukraine. Zugleich zeigten sich alle bedrückt vom wenig konstruktivem Beitrag der deutschen Politik zur Entspannung in Europa. Das Thema „Befreiung“, so viele Redner, ist geeignet, als Brücke für eine möglichst bald wieder normale, entkrampfte Begegnungskultur zu dienen, für die sich die mediale Geschichtsbetrachtung allerdings von antirussischen und antikommunistischen Altklischees freimachen muss.
Die Sprecherin des „Arbeitskreises 8. Mai“, Brigitte Großmann, wurde für ihr langjähriges Engagement für eine lebendige Freundschaft mit den Völkern der GUS mit der Ehrenmedaille des BDWO geehrt.
Auf Initiative des Arbeitskreises 8. Mai im BDWO fand am 16. Juni 2025 in Berlin-Lichtenberg eine Gedenkveranstaltung zu Ehren des sowjetischen Heerführers und - nach der Befreiung Berlins vom NS-Regime1945 – ersten Stadtkommandanten von Berlin, Generaloberst Nikolaj Erastowitsch Bersarin, statt. An der Bersarin-Birke, wo sich neben einem Gedenkstein auch eine Stele mit einem Bildnis Bersarins befindet, gedachten Vertreter des Arbeitskreises, der Stadtbezirksversammlung und der Partei Die LINKE zusammen mit rund 50 Berlinerinnen und Berlinern des 80. Todestages Bersarins, der seit einigen Jahren wieder Ehrenbürger der deutschen Hauptstadt ist.
| Die Sprecherin des Arbeitskreises, Brigitte Großmann, würdigte die Rolle Bersarins bei der Befreiung der Stadt und bei ihrem Neubeginn nach einem im Osten besonders grausam geführten deutschen Eroberungs- und Vernichtungskrieg. Bersarins Leistung bestand darin, mit persönlichem Engagement und Weitblick, aufrichtig und voller Vertrauen in die demokratische Wandlung der Deutschen, der verwüsteten Stadt zu neuem Leben verholfen zu haben. Heute würde man wohl sagen, er war Brückenbauer zwischen den Völkern, ein Verfechter der friedlichen Verständigung. Andreas Reinicke vom Verband zur Pflege von Traditionen der NVA und der Grenztruppen der DDR e.V. erinnerte an die großen menschlichen Verluste der Armee und der Gesellschaft der Sowjetunion im zweiten Weltkrieg und die vor diesem Hintergrund nicht selbstverständliche Hilfe für die Berliner Bevölkerung nach dem 8. Mai 1945. |
| Prof. Jürgen Hofmann (Stadtbezirk Lichtenberg) und Dr. Gesine Lötsch (Die Linke) berichteten vom erfolgreichen Bemühen um die Wiederanerkennung des Status „Ehrenbürger der Stadt Berlin“ für Bersarin, nachdem er 1992 vom Senat dieser Ehrung nicht mehr für würdig befunden worden war. Beide waren über viele Jahre an verschiedenen Initiativen zur Bersarin-Ehrung beteiligt. Des Kampfes um die erneute Ehrenbürgerschaft hatten sich ein politisch breites, keineswegs nur Ostberliner Parteienbündnis und mehrere Organisationen und Einrichtungen angenommen. Seit 2003 sind Bersarins Verdienste um die Stadt wieder offiziell anerkannt. Bersarin ist wieder in der Galerie der Ehrenbürger im Abgeordnetenhaus von Berlin vertreten, wovon sich der AK 8. Mai unlängst überzeugte. |
An der Bersarin-Birke ergriffen auch Herr Chalatin als Lehrervertreter und der Neuntklässler A. Kusnezow als Schülervertreter der Bersarin-Schule der Russischen Föderation in Berlin das Wort. Der Arbeitskreis ist um weitere Kontakte zu dieser Schule bemüht. Abschließend wurde ein Brief des Enkels von Bersarin an den Arbeitskreis 8. Mai verlesen.
Musikalisch wurde die Gedenkstunde von Antonio Leonhardt begleitet.
Musikalisch wurde die Gedenkstunde von Antonio Leonhardt begleitet.
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