Gedanken zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus Während des Zweiten Weltkrieges fanden in Deutschland rund 800 000 sowjetische Staatsbürger als KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter oder als kämpfende Soldaten den Tod. Allein während der Berliner Operation zählte die Rote Armee mehr als 80 000 unwiederbringliche Verluste. Sie alle wurden in mehr als 4 000 bis heute existierenden Endgräbern beigesetzt. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht. Der Nachweis konkreter Grabstätten ist oftmals nicht möglich.
Für die Bestattung der gefallenen oder an ihren Verwundungen verstorbenen Sowjetsoldaten wurden 1942 und 1944 durch das sowjetische Verteidigungsministerium und durch Stalin persönlich genaue Vorschriften erlassen.¹ Ihnen zufolge waren Generale in Särgen auf Friedhöfen in der UdSSR zu begraben. Offiziere sollten ebenso wie weibliche Armeeangehörige in Särgen auf den Offiziersfriedhöfen der jeweiligen Armeen im Hinterland der Front beigesetzt werden. Für Sergeanten und Soldaten waren Sammelgräber vorgesehen. Bei einem bedeutenden Teil dieser Soldaten sind noch nicht einmal mehr die Namen bekannt. Die Unwegbarkeiten des Krieges ließen es oft nicht zu, diese Anordnungen strikt zu befolgen. Daher richteten die bei den Regimentern existierenden Begräbniskommandos Erstbegräbnisstellen für mehrere, oft aber auch für einzelne Gefallene an deren Sterbeorten ein. Deren Lage sollte in Karten eingetragen werden. Die persönlichen Daten waren in Todesbüchern zu erfassen. Für die zeitweiligen Begräbnisstätten sollten markante Stellen gewählt werden, die mindestens 300 m von Wohnplätzen entfernt und möglichst auf einem Hügel lagen, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden. Zur Kenntlichmachung der Stelle dienten oft zu einer Pyramide aufgetürmte Steine oder dünne Baumstämmchen mit einem sichtbaren Zeichen wie einem Stern oder einem Stück meist roten Tuchs.
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Im Raum Gotha gab es keine sowjetischen Kriegstoten aus unmittelbarem Kampfgeschehen. Die Rote Armee rückte in die Stadt und den Landkreis vereinbarungsgemäß am 2. Juli 1945 vor und übernahm von der amerikanischen Kommandantur die oberste Befehlsgewalt. Dass die einrückenden Einheiten in ihren Lazaretten Sterbenskranke mitbrachten, ist nicht anzunehmen. Doch im Sommer 1945 und danach kam es überall in der SBZ zu zahlreichen Todesfällen unter Rotarmisten, meist in Folge von Unfällen, unachtsamem Umgang mit Waffen, handgreiflichen Auseinandersetzungen unter den Soldaten oder durch selbstverschuldete Vergiftung mit Methylalkohol. Es gab auch Suizide. Über all den Todesursachen liegt noch immer tiefes Schweigen. Anschläge seitens der Einwohner Gothas sind nicht bekannt.
Ein Teil des Barlach-Platzes: eingegrenzt von einer Hainbuchen-Hecke, durchschnitten von Wegen, die auf eine weiße Stele zulaufen. Sie fällt ins Auge. An ihrem Fuß, schräg angehoben, dunkle Steinplatten, eine mit der Formel „Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft“. Auf den Rasenflächen vertieft eingelassen Granitplatten mit Sowjetstern, auf den ersten Blick eher zu übersehen – das ist der sowjetische Friedhof in Demmin heute.
1948 angelegt, 1977 erstmals überformt, im November 1994 oberirdisch abgerissen und am 6. Mai 1995 der Öffentlichkeit übergeben als Platz für ein von historischen Bezügen losgelöstes Gedenken und ungeachtet der Tatsache, dass die Erde unter ihm nach wie vor die Gräber mit den Gebeinen von 102 sowjetischen Kriegstoten birgt. Kam nicht einmal ihre Umbettung in Frage, wie sie bei der Räumung der sowjetischen Friedhöfe an zentralen Plätzen in Neustrelitz und in Malchow nach 1990 erfolgte? Die sowjetische Gräberanlage in Blankenfelde, Berliner Damm 2 Auf dem Evangelischen Friedhof im Nordwesten des Ortsteils Blankenfelde, Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, südlich von Berlin, steht auf rund 1000m2 Fläche eine Grabanlage mit einem mittig angeordneten Denkmal. Hier wurden 1945 erste Gräber für sowjetische Soldaten angelegt. Heute geht man von über 500 Beigesetzten aus.
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