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Zum 30. Mai 2026 hatte der „Arbeitskreis 8. Mai“ des BDWO aus Anlass des 85. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion 1941 zu einer Vortragsveranstaltung in Berlin-Lichtenberg eingeladen. In deutschen Leitmedien wird aus unserer Sicht heute nicht nur zu wenig über den nationalsozialistischen „Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ informiert, es werden auch gezielt solche historischen Parallelen umgangen, die einen kritischen Blick auf die aktuelle deutsche Außenpolitik und die Aufrüstungskampagne in Europa unterstützen können. Daher war es den Veranstaltern ein wichtiges Anliegen, auf ein Forschungsprojekt zu den Hintergründen des Überfalls 1941 hinzuweisen. Die Osteuropa-Historikerin Frau Dr. Carola Tischler, Mitarbeiterin des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin, stellte ihre Arbeit an der mehrbändigen Dokumentation „Deutschland und die Sowjetunion 1933 bis 1941“ vor, insbesondere Erkenntnisse aus jetzt dem zur Veröffentlichung vorbereiteten letzten Band 4. Die Edition wird gemeinsam mit dem Moskauer Kollegen Dr. Sergej Slutsch erarbeitet. Der Filmhistoriker Dr. Günter Agde problematisierte anschließend anhand von Filmsequenzen den Kriegsbeginn als deutsche Propagandabildschau. Die Veranstaltung war mit rund 40 Zuhörern gut besucht. Die Denkangebote stießen auf reges Interesse, was sich in Nachfragen und Meinungsäußerungen zeigte. Kommentare sind geschlossen.
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